Nach sechs Kapiteln bin ich immer noch auf der Suche nach dem Handlungsfaden.
Der Herr Profesor besucht immer noch täglich das Freibad. Drei Tage muss er allerdings aussetzen, weil er sich einen Sonnenbrand zugezogen hat.
Er macht mehrere Bekanntschaften.
Da ist zunächst Margot (französisch ausgesprochen, ohne „t“). Behandelt sie ihn zunächst herablassend, so hält sie ihm bald einen Platz neben sich frei und teilt ihre kulinarischen Köstlichkeiten mit ihm.
Die Zweisamkeit wird bald gestört. Eine Matrone mit offensichtlich exhibitionistischer Neigung präsentiert dem Professor derart aufdringlich ihr Geschlechtsteil, dass Margot eifersüchtig wird.
Und dann? Kommt es wie es kommen muss, oder kommt es genau anders?
Weder noch! Die Matrone verschwindet irgendwann und von Margot ist auch nicht mehr die Rede.
Der Professor philosophiert mit einem Geschlechtsgenossen über die Ungerechtigkeit, dass die Wirkung des anderen Geschlechtes unmittelbar am eigenen „Organ“ ablesbar ist.
Warum behält er dann die Badehose nicht an?
Vermutlich, weil er dann auch seine anatomischen Studien nicht betreiben könnte. Aber nein – ein Voyeur ist er natürlich nicht. Das betont er mehrfach. Und doch entgeht seinem aufmerksamen Blick nichts. Weder der Ständer, den der Mann mit dem zu großen Kopf bekommt, noch das An- und Abschwellen bei dem jungen Mann, der mit seiner Freundin plaudert.
Als es den Professor zur Gruppe der Damen aus dem Altersheim verschlägt, kommen mir sofort Gedanken an „Herold and Maude“. Aber auch diese Annekdote endet im Nichts.
So bleibt als vorläufiger Roter Faden nur die Angst unseres Professors vor einem durchgeknallten Zirkusakrobaten. Der sucht sich nämlich in regelmäßigen Abständen männliche Opfer, die er als Spanner entlarven und aus dem Schwimmad werfen kann.
Aber taugt das alles als Romanhandlung? Mal sehen, wie lange ich noch durchhalte.