Klassischer amerikanischer Krimi (1-16)

3. Juli 2009 von provinzler

Cool blickt Humphrey Bogart in seiner Paraderolle vom Cover des Romans „Der Malteser Falke“. Trotzdem kommt der Umschlag als Platzhalter ins Regal zurück. Nachdem ich mich die vergangenen Tage durch ein Buch der SZ-München Bibliothek gequält habe, freue ich mich jetzt auf einen schönen Krimi.

Den Film mit „Bogy“ habe ich schon mehrmals gesehen, und damit gibt’s nun ein Problem. Der Roman beginnt mit der Einführung des Privatdetektivs Samuel Spade. Aber Dashiell Hammett kann sich mit seiner Beschreibung anstrengen wie er will – ich sehe immer Humphrey Bogart vor mir.

In seinem verqualmten Büro empfängt Sam die aufgeregte Miss Wonderly, die sich Sorgen um ihre Schwester macht. Genau rechtzeitig tauch Sams Partner Miles Archer auf.

Und natürlich übernehmen Sam und Miles den Auftrag:

„Das sollte uns keine zu große Mühe machen.“

Klasse :-D Und 200 $ sind schließlich auch kein Pappenstiel.

Das Tantra-Intensiv-Seminar (111-Ende)

2. Juli 2009 von provinzler

Die letzten Abschnitte des Buches stehen im Zeichen der Dreiecksgeschichte zwischen dem Professor, Juliane und Pradhi Rama, dem Tantra-Yogi. Juliane hat sich zu einem Tantra-Intensiv-Seminar angemeldet und der Professor kann sich das natürlich auch nicht entgehen lassen. Warum, das weiss er allein.

Der Professor hat Schwierigkeiten, den nötigen Ernst aufzubringen und wird wegen seiner Albernheit vom Meister mehrmals verwarnt. Der Meister revanchiert sich dafür, indem er mit Juliane den Maithuna vollzieht, (natürlich!) in Anwesenheit des gesamten Teilnehmerkreises.

Nun reicht es dem Professor und er schmiedet Mordpläne. Dazu besucht er die Münchner Maximilianssammlung. Die Beschreibung dieser Bibliothek war für mich fast so etwas wie der Höhepunkt des Buches. Hier liest er das „Studium seltener Todesarten“. Und läßt sich inspierieren.

So kommt zum Schluss fast noch so etwas wie Spannung auf und auch die Schilderung des Seminars und dessen Teilnehmer entbehrt nicht einer gewissen Komik.

Ob dieses letzte Drittel des Buches es rechtfertigt, sich durch die vorangegangenen zwei Drittel zu quälen, mag jeder selbst entscheiden.

Und falls es noch nicht deutlich genug herauskam: Auch wenn hier viel von nackter Haut die Rede war – als erotischer Roman ist das Buch nicht gemeint.

Frage mich jetzt aber bitte niemand, als was es denn gemeint war!

Showdown mit dem Tantra-Yogi (59 – 110)

1. Juli 2009 von provinzler

Jetzt blitzte doch tatsächlich kurz einmal so etwas wie eine Geschichte auf.

Unser nacktbadender Professor verliebt sich in Juliane. Juliane, grade mal halb so alt wie der Lehrer, lädt ihn zu sich ein und der Prof. ist im 7. Himmel. Aber nicht lange. Die Wohnung wird von einem riesigen Bett dominiert und damit auch den Nachbarn nichts entgeht, fehlen an sämtlichen Fenstern die Vorhänge.

Als das Essen serviert ist, treffen nach und nach weitere Männer ein. Die fühlen sich ganz wie zu Hause, und das sind sie wohl auch – denn sie gehören zu Julianes Tantra-Gruppe. Man zieht sich (allein oder zu zweit) ins Bad zurück, um in der Badewanne Atem- oder andere Übungen zu praktizieren.

Dass sich der Autor einer blühenden Fantasie erfreut oder einfach nur einem weit verbreiteten Irrtum aufgesessen ist, kann man bei wikipedia nachlesen:

Insbesondere wegen des Maithuna (=ritualisierter Geschlechtsakt, Anm. von provinzler) ist Tantra in Verruf geraten und wird im Westen fälschlicherweise fast ausschließlich mit Sexualpraktiken identifiziert. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Praktiken nur von bestimmten Sekten, den Vamacharas, und auch dort nur von bestimmten Übenden, den Viryas, in einem bestimmten rituellen Zusammenhang ausgeübt werden.

Somit ist auch diese (Liebes-)Geschichte, bevor sie richtig begonnen hat, wieder ins Absurde abgekippt.

Der Professor geht weiter ins Freibad, nun wieder allein. Zwischenzeitlich gibt es noch einen tödlichen Badeunfall. Welche Rolle der allerdings für den Fortgang der „Handlung“ spielt, hat sich mir (noch) nicht erschlossen.

Irgendwann erscheint Juliane dann wieder im Schwimmbad, begleitet von ihrem Tantra-Yogi. Und da man ja im FKK-Bad ist, werden natürlich sofort wieder die Schwanzlängen verglichen. Aber damit nicht genug.

Professor und Yogi messen sich noch in einem Wettbewerb besonderer Art:

Für den Außenstehenden mag es sich um ein stundenlanges unbewegtes und insofern unverständliches Herumsitzen gehandelt haben, „die saßen bloß da“, ich aber sage, dass dieses Schwanzduell vom 4. September 2002 in die Annalen der Menschheit einging.

Au Mann, noch 75 Seiten :-(

Lebenshilfe für Nichtorganisierte ? (1-140)

30. Juni 2009 von provinzler

Ich habe mir das Buch zugelegt, weil ich Sascha Lobos Buch „Wir nennen es Arbeit“ so toll fand.

„Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin“

Worum geht es in dem Buch, das lt. Covertext eine Anleitung zur Nicht-Organisation sein soll? Die Autoren (Sascha Lobo wird unterstützt von Kathrin Passig) arbeiten das Thema „Aufschieberitis“ auf, neudeutsch: Prokrastination.

Zwar werden haufenweise wissenschaftliche Theorien und Untersuchungen zitiert, aber so ganz ernst gemeint ist das alles  nicht. Was habe ich bisher erfahren?

- Ich bin nicht der Einzige, der an Aufschieberitis „leidet“.

-  Die Welt ist zu kompliziert, um überall Experte zu sein.

- Es ist normal, auf bestimmte Dinge einfach keinen Bock zu haben.

- Das ist auch kein Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben.

- Auch Tätigkeiten, die Spass machen (und die man dann statt dessen macht), können produktiv sein.

- Vieles erledigt sich von selbst.

Was davon war mir neu?

„…“

Fazit bisher: Schade um’s Geld und um die (Lese-)Zeit. Trotzdem lese ich noch weiter, es kann nur besser werden. Und irgendwie mag ich Sascha Lobos Schreibstil :-)

Kritik der mörderischen Vernunft (Jens Johler)

28. Juni 2009 von provinzler

Angefixt durch die RadioEins Empfehlung habe ich mir diesen Krimi bestellt.

Der Klappentext verspricht reißerisch einen Mörder ohne Mitleid und mit brutalen Mitteln. Das ist auch nicht gelogen, jedoch sollte man keine actiongeladene Splatter-Geschichte erwarten.

Geboten wird ein Wissenschaftskrimi vom Feinsten, der zum Nachdenken anregt. Nicht nur die  Exkurse in die Philosophie und die Ethik, sondern auch die gesellschafts-/wissenschaftskritischen Gedanken laden zum Weiterdenken ein.  Ich habe jedenfalls wieder einmal lernen müssen, dass wir George Orwells 1984 sehr viel näher sind als ich dachte.

Richtig gruselig wirds dann im Nachwort, in dem der Autor aufklärt, was Fiktion (das wenigste!) und was Realität ist.

Für mich war die Lektüre Anlass, auch nach Jens Johlers Buch „Gottes Gehirn“ zu suchen, aber das ist wohl vergriffen. Vielleicht wird es ja bei entsprechendem Erfolg der „Mörderischen Vernunft“ neu aufgelegt. Also: Kaufen (und natürlich lesen)!

Auf der Suche nach der Handlung (15 – 58)

28. Juni 2009 von provinzler

Nach sechs Kapiteln bin ich immer noch auf der Suche nach dem Handlungsfaden.

Der Herr Profesor besucht immer noch täglich das Freibad. Drei Tage muss er allerdings aussetzen, weil er sich einen Sonnenbrand zugezogen hat.

Er macht mehrere Bekanntschaften.

Da ist zunächst Margot (französisch ausgesprochen, ohne „t“). Behandelt sie ihn zunächst herablassend, so hält sie ihm bald einen Platz neben sich frei und teilt ihre kulinarischen Köstlichkeiten mit ihm.

Die Zweisamkeit wird bald gestört.  Eine Matrone mit offensichtlich exhibitionistischer Neigung präsentiert dem Professor derart aufdringlich  ihr Geschlechtsteil, dass Margot eifersüchtig wird.

Und dann? Kommt es wie es kommen muss, oder kommt es genau anders?

Weder noch! Die Matrone verschwindet irgendwann und von Margot ist auch nicht mehr die Rede.

Der Professor philosophiert mit einem Geschlechtsgenossen über die Ungerechtigkeit, dass die Wirkung des anderen Geschlechtes unmittelbar am eigenen „Organ“ ablesbar ist.

Warum behält er dann die Badehose nicht an?

Vermutlich, weil er dann auch seine anatomischen Studien nicht betreiben könnte. Aber nein – ein Voyeur ist er natürlich nicht. Das betont er mehrfach. Und doch entgeht seinem aufmerksamen Blick nichts. Weder der Ständer, den der Mann mit dem zu großen Kopf bekommt, noch das An- und Abschwellen bei dem  jungen Mann, der mit seiner Freundin plaudert.

Als es den Professor zur Gruppe der Damen aus dem Altersheim verschlägt, kommen mir sofort Gedanken an „Herold and Maude“. Aber auch diese Annekdote endet im Nichts.

So bleibt als vorläufiger Roter Faden nur die Angst unseres Professors vor einem durchgeknallten Zirkusakrobaten. Der sucht sich nämlich in regelmäßigen Abständen männliche Opfer, die er als Spanner entlarven und aus dem Schwimmad werfen kann.

Aber taugt das alles als Romanhandlung? Mal sehen, wie lange ich noch durchhalte.

Nacktbaden im Hochsommer (1 – 14)

26. Juni 2009 von provinzler

Eigentlich wollte ich den Roman nach vier Kapiteln schon wieder in den Bücherschrank zurückstellen. Aber ich starte jetzt einen zweiten Anlauf, schließlich ist es dem Kalender nach Sommer und da darf man ja ein wenig von Freibad-Temperaturen  träumen.

Denn die Geschichte beginnt in einem Münchner Freibad im Hochsommer.

Und sie beginnt fast philosophisch:

Es gibt dort eine Freizone, wo ich alles ablege. Alle Bindungen, alle erworbenen Eigenschaften, meinen Beruf, meinen Namen, meine gesamte Vergangenheit, auch Schuhe und Strümpfe, das Hemd mit dem Armani-Etikett, die Hose von „Bonard“ und das gesamte Unterzeug. Ich gebe meine gehobene Stellung ab, den Schutz und den Schirm, den Anstand und die Begierde (denn die ist dort nicht angebracht), vor allem aber gebe ich meine Scham ab.

Jetzt wissen wir, worum es geht. Der Herr Professor hat keine Lust mehr auf seine chaldäisch-aramäischen Studien und möchte ins Freibad. Das ist nachvollziehbar im Hochsommer. Warum ihn allerdings die doppelte Bretterwand so anzieht, die den Textil- vom FKK-Teil trennt, bleibt im Dunkeln. Zumal

Als Kind hatte ich mich immer sehr geschämt. Genauer gesagt, ich war vor Scham erstickt, in der Turnstunde, beim Duschen.

Was soll das werden, eine Art Komplexbewältigung?
Jedenfalls ist das erste Problem, dem sich unser Ich-Erzähler stellen muss: wo geruht man denn nun abzulegen? Möglichst schnell, denn man will ja nicht als Spanner da stehen. Und so zieht er denn gleich hinter dem Eingang blank. Und tritt prompt in das erste Fettnäpchen. Denn die Stammgäste schlendern ganz locker (und bekleidet!) zu ihrem Liegeplatz und entblättern sich erst dort in aller Ruhe.

Beim nächsten Besuch ist er schon souveräner.

Dann geht es  darum, nicht nur einfach dabei zu sein, sondern einen der begehrten Plätze am Schwimmbecken zu ergattern.